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Krönender Abschluss der Weinlese 2016

Das Warten hat sich gelohnt: bei frostigen Temperaturen von -7 Grad Celsius machten sich die Erntehelfer des Weinguts Schmitt-Weber früh um 5 Uhr auf in den Weinberg. 200 Liter Eiswein mit 126 Grad Oechsle wurden geerntet. Eiswein muss bei mindestens -7 Grad Celsius geerntet und im "eisigen" Zustand sofort gepresst werden.

"Wir freuen uns sehr über die hervorragende Qualität des Eisweines. Die Chancen einen Eiswein zu ernten standen im letzten Jahrzehnt 1:8. Umso größer ist die Freude den schwierigen Jahrgang 2016 mit einem Eiswein zu toppen", freut sich Winzer Thomas Schmitt.

Der Eiswein wurde 1982 im Weingesetz auf eine eigene Prädikatsstufe gehoben und muss ein Mindestmostgewicht von 110 Grad Oechsle aufweisen. Mit geringem Alkoholgehalt und sehr hohen Restzuckergehalten eignet er sich als Dessertwein.

Weinlese 2016 - Interview mit Thomas Schmitt

Perl. Es ist noch dunkel und früh am Morgen. Vögel zwitschern, nur wenige Autos sind unterwegs. Drinnen ist es genauso kalt wie draußen. Das schreckt Thomas Schmitt nicht ab bei seinem täglichen Kontrollgang. Und man könnte sagen: Es ist sein zweites Wohnzimmer, dieser Weinkeller. Der Winzer und Kellermeister des Weinguts Schmitt-Weber in Perl befindet sich in der Hochphase der Lese. Lange Tage, kurze Nächte. Man muss schon viel Herzblut für diesen Tagesrhythmus haben. Eine Zwischenbilanz zur Weinlese 2016.

Frage: Herr Schmitt, es ist Sieben in der Früh, Sie sind schon fleißig hier unten im Keller. Macht der Beruf des Winzers in dieser Jahreszeit Spaß?

Thomas Schmitt: Natürlich. Das ist meine Passion. Ich werde ja oft gefragt, was ich in den zehn Monaten außerhalb der Weinlese so treibe und ob es da überhaupt Arbeit gebe auf einem Weingut. Ich kann Ihnen versichern: mehr als genug. Denn die Qualität entscheidet sich im Weinberg, nicht im Keller.

Frage: Das heißt, ab dem Keller sind Sie quasi arbeitslos?

Schmitt (lacht): Nicht wirklich. Ich kontrolliere täglich vor dem Frühstück die Fässer. Danach säubere ich die Presse, die die ganze Nacht über läuft. Schließlich kommt nachher die nächste Traubenlieferung aus dem Weinberg. Das geht just-in-time, da muss der Ablauf gut organisiert sein.

 Frage: Wie muss man sich das vorstellen?

Schmitt: Wir lesen in diesem Jahr überwiegend maschinell. Die Lese mit der Maschine muss koordiniert werden mit der Traubenpresse hier im Weinkeller. Das macht für uns Eberhard Bertel, ein Mann vom Fach. Wir beiden stimmen uns den ganzen Tag über ab, zur Hochphase auch sieben Tage die Woche.

 Frage: Also keine Handarbeit mehr?

Schmitt: Oh doch, nur anders. Die Handarbeit findet bei uns vor der Lese statt. Dann sind wir regelmäßig im Weinberg und machen eine Vorselektion. Wir machen  vor der eigentlichen Ernte eine Negativernte. Die grünen Trauben werden auf den Boden geschnitten, wodurch für die restlichen Trauben mehr Sonne abfällt. An der Stelle entscheidet sich für mich die Qualität. Übrigens: Der Chef im Weinberg ist dann immer noch mein Vater, Opa Werner mit seinen 79 Jahren.

 Frage:  Was lässt sich denn zum Jahrgang 2016 schon sagen?

Schmitt: Es war ein Jahrgang mit vielen Unwägbarkeiten und Problemen. Wir hatten dieses Jahr zu viel Regen und Probleme mit dem Mehltau. Der Pilz hat viele Trauben zerfressen. Er ist mengenmäßig kleiner, aber mit hervorragender Qualität.

 Frage: Also gibt es Einbußen?

Schmitt: Es heißt, die Erntemenge in Deutschland falle um ein Fünftel geringer aus als im Vorjahr. Gerettet hat uns der Monat September mit nur einem Regentag; die Trauben konnten reifen. Auch der Oktober war top: trocken und mit kühlen Temperaturen bei Nacht. Die Trauben hingen quasi wie im Kühlschrank, sie konnten nicht faulen und auch nicht von Fruchtfliegen angegriffen werden. Lange am Rebstock hängen zu können, das führt zu hochwertigen Aromen in der Frucht und damit später auch im Wein.

 Frage: Hochwertige Aromen hat auch gerne der Eiswein. Wie stehen Sie dazu?

Schmitt: Eiswein ist eine Art Königsdisziplin. Die Trauben müssen hart gefroren sein, bei unter minus sieben Grad. Sie sind dann hart wie Kligger und werden so auch gepresst. Damit Eiswein funktioniert, müssen viele Faktoren stimmen, insbesondere das Wetter. Eiswein wird damit zur reinen Spekulation - und wir spekulieren dieses Jahr drauf.

 Frage: Kann man schon eine Prognose zur Qualität einzelner Rebsorten wagen?

Schmitt: Schwierig, es ist noch sehr früh. Zumal wir noch nicht alle Sorten gelesen haben. Der Chardonnay und der Riesling stehen noch aus. Eines ist für mich aber sicher: Auf den Grauburgunder dürfen sich unsere Kunden wieder freuen.

Frage: Zum Wein- und Kellerfest am Wochenende zwar noch nicht, aber im nächsten Jahr. Inwiefern kommt Ihnen das Weinfest denn gelegen, wenn die Lese noch im vollen Gange ist?

Schmitt: Das Weinfest gehört zum Weinjahr wie die Lese. Es ist der Höhepunkt der Weinernte. Die Fässer sind dann gut gefüllt, der Wein arbeitet - und wir feiern das Weinjahr mit unseren Freunden und Gönnern. Ich freue mich schon auf feucht-fröhliche Tage, Abende und Nächte.

 

 Hintergrund: Das Öffnet internen Link im aktuellen Fenster41. Perler Wein- und Kellerfest findet von Freitag bis Sonntag statt. Der berühmt berüchtigte Bacchuskeller des Weinguts Schmitt-Weber öffnet freitags und samstags um jeweils 19 Uhr. Sonntags lädt das Weingut ab 12 Uhr zum Mittagessen ein. Es heizen ein: Entertainer Marco Boesen (Freitag, Samstag) und der Musiker aus Leidenschaft, Eddie Gimler (Freitag, Sonntag). 

Weinlese 2016

Der Höhepunkt des Winzer-Jahres ist erreicht – die Weinlese. Das Weinjahr 2016 war geprägt von Wetterextremen und hielt uns Winzer in Atem. Das Jahr startete mit ungewöhnlich milden Wintern und verschonte uns vor Schnee und Frost. Die kühlen Monate März, April und Mai überraschten uns aber mit Spätfrost und viel Regen. Das Wetter entschädigte uns dann aber im August und September mit viel Sonnenschein und die Trauben konnten leicht verspätet in den Reifeprozess übergehen. Der abrupte Wechsel auf Sonnenschein mit Maximaltemperaturen über 35°C sorgte jedoch für teilweise beachtliche Sonnenbrandschäden an den Trauben.

Durch den Spätfrost im April haben wir zwar leichte Ertragseinbußen, qualitativ haben die Weine aber sehr viel Potenzial.

Im Oktober heißt es für uns Gewehr bei Fuß stehen und die Trauben zum optimalen Zeitpunkt ernten.

Auszeichnung: bester Grauburgunder in Österreich

Das Weingut Schmitt-Weber ist am Donnerstag im Casino Wien für den Sieg beim Wettbewerb "Weintrophy Wien" ausgezeichnet worden. Das veranstaltende Gourmetmagazin wein.pur bewertet den 2014er Öffnet internen Link im aktuellen FensterGrauburgunder 1725 als besten deutschen Grauburgunder Österreichs. Der Wein aus der Premium-Serie erhält 90 von 100 Punkten und wird beschrieben als "lebendig und frisch, mit zarter Holz-Würze, guter Substanz, immer elegant mit kraftvoller Säure und feiner Würze". Der Wein habe herausragenden Sorten- und Gebietscharakter und bereite ein großes Trinkvergnügen. 

"Dieser Preis ist für uns eine große Ehre", sagt Winzer Thomas Schmitt, "weil unsere Arbeit zum ersten Mal auf internationaler Bühne überzeugt hat." Auf nationaler Ebene hat das Weingut bereits 2014 den Preis für den besten Grauburgunder Deutschlands gewonnen.

Das Gourmetmagazin wein.pur hat außerdem den 2014er Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeißburgunder Lage des Weinguts Schmitt-Weber ausgezeichnet. Der Wein aus dem St. Quirinusberg in Perl gewinnt in der Kategorie "Preis-Leistungs-Sieger Deutschland". Der Weißburgunder aus dem neuen Segment der Lagenweine erhält 91 von 100 Punkten und wird beschrieben als "extrem harmonisch, feingliedrig, zart und lang, elegant, mit angenehmem Duft und prickelnder mineralischer Würze". Der Verkaufspreis beträgt 11,50 Euro.

"Wir haben unsere Klassiker, wir haben unsere Premium-Serie 1725 und wir haben nun im ersten Jahrgang unsere Lagenweine", sagt Winzer Thomas Schmitt, "ich freue mich sehr, dass unsere neuen Weine auf Anhieb internationalen Ruf erreicht haben. Diese Auszeichnung in Österreich ist für uns Anerkennung und Ansporn zugleich, unsere drei Segmente weiter zu optimieren."

Winzer Thomas Schmitt nahm die Preise am Donnerstag im Casino in Wien mit seiner Frau Tanja und den Töchtern Katharina und Annalena persönlich entgegen.